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Bewegungen

22. Februar 2011

Der einfaltige Grund ist eine einfaltige Stille,

die in sich selbst unbeweglich ist.

Von diesem Unbeweglichen aber werden alle Dinge bewegt.

Meister Eckhart

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… das bewegte und das unbewegte,

verhalten sich zueinander wie

form und leere

sie sind identisch.

du kannst das unbewegte im bewegten und das bewegte im unbewegten erkennen.

Maria-Anne Gallen

 

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Dem Stern des Herzens folgen

22. Dezember 2013

Gifs

Aus Deinem Herzen der Stern

an den Himmel gehängt

Könige verstanden das Zeichen

und machten sich auf

hinter ihnen Sicherheit und Zukunft

vor ihnen das Wagnis des Weges

und das Ziel nur geahnt

und nachher spürten sie

ohne Stern sind wir weglos

und er wurde ihnen zum Ziel

 

Eva Maria Leiber

Natürliches Wachstum

22. Juni 2013

seerosen-weiher

Was ist »natürliches Wachstum«?

Für die neueste Ausgabe der Zeitschrift “Connection-Spirit” sprach Wolf Schneider mit mir  über die Frage, ob Frauen Wachstumsprozesse anders betrachten als Männer

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WS: Der Drang zu unentwegtem Wachstum unserer Wirtschaft, der unsere Umwelt ruiniert, scheint mir eher eine männliche Art des Strebens zu sein. Wie siehst du das als Frau? Haben Frauen von Natur aus einen andere Art der Herangehensweise an menschliches, natürliches und eben auch wirtschaftliches Wachstum?

MG: Ich denke schon, dass das der Fall ist. Wobei mir lieber wäre, wir würden hier von weiblichen und männlichen Qualitäten des Umgangs und der Herangehensweise sprechen – das muss ja nicht unbedingt für alle Geschlechts-GenossInnen zutreffen. Auch Männer können bisweilen stark ihre Yin-Anteile ausleben.

Meine Gegenfrage wäre hier auch noch: Gibt es ein wirtschaftliches Wachstum, das »natürlich« ist? Ich bin keine Wirtschaftsexpertin. Ich würde mich eher als Expertin für natürliche Entwicklungsprozesse bezeichnen; die interessieren mich, ich studiere sie und fertige »Landkarten« an über die Verläufe, die ich beobachten kann.

Die Steigerung des Bruttosozialprodukts, was gemeinhin unter Wirtschaftswachstum verstanden wird, scheint mir nicht nach den Gesetzmäßigkeiten natürlicher Prozesse abzulaufen: Hier wird eingegriffen, reguliert, kontrolliert. Es werden Pläne erstellt und Zielvorgaben gemacht, die zu erreichen sind. Dann werden Anstrengungen unternommen, um die vorgestellten Ergebnisse zu erzielen. Nennen wir das mal die »männliche Vorgehensweise«.

»Weiblicher« wäre nach meinem Empfinden, den Dingen ihren Lauf zu lassen, mehr auf Selbstregulationsprozesse zu vertrauen, ressourcenorientiert zu entscheiden. Buddhistisch betrachtet, würde so die »Gier« (als eine Wurzel des Leids) aus dem System verschwinden. Mehr-Haben-Wollen als Motivationsgrundlage entfällt. Das Vertrauen, dass für alle genug zum Leben da ist, würde dann Oberwasser bekommen.

WS: Ich denke auch, dass das eine bessere Herangehensweise wäre, egal ob nun Frauen oder Männer das machen, beide sind dazu fähig. Trotzdem möchte ich da nochmal nachhaken. Ich meine, dass eine Herangehensweise, die mehr in einem zyklischen Zeitverständnis beheimatet ist, auf die aktuellen ökologischen und wirtschaftlichen Krisen eventuell bessere Antworten geben kann als das westliche, lineare Zeitverständnis es kann – und dass die Antworten hierauf vielleicht eher von Frauen kommen können, denen, körperlich wie emotional der Zyklus vertrauter ist, schon allein durch ihren Monatszyklus während ihrer fruchtbaren Zeit, aber auch dadurch, die sie es sind, die Kinder gebären und ihnen während des Heranwachsens in der Regel näher sind als die Männer.

MG: Aus weiblicher Sicht würde ich hier keinesfalls so schnell mit einer vergleichenden Wertung reagieren: Das Leben kann auf nichts verzichten, was es hervorgebracht hat. Schattenaspekte und Einseitigkeiten wollen mit Mitgefühl erforscht, gewandelt und re-integriert werden.

Und nun ein paar Assoziationen zum Begriff »zyklisches Zeitverständnis«: Mit Verstehen und Logik hat das für mich wenig zu tun. Es ist eher ein intuitives Erspüren, welche Zeiträume für welche Entwicklungen angemessen sind und auch eine Art inneres Wissen, wann es keinen Sinn macht, etwas pushen zu wollen. Die Begriffe »ausbrüten« und »schwanger gehen«, fallen mir sofort dazu ein und auch der grundsätzliche Kreislauf von Werden und Vergehen.

In der Anwendung auf natürliche Entwicklungs- und Wachstumsprozesse bedeutet das für mich, ein Gefühl für die innewohnenden Abläufe und Zyklen zu entwickeln und dementsprechend zu handeln. Im Umgang mit Pflanzen ist das den meisten von uns ganz einleuchtend: Wir säen zunächst oder ziehen einen Setzling, der in der Anfangsphase besonderen Schutz braucht. Später gießen und düngen wir regelmäßig bis die Ernte oder Blütezeit naht. Danach ist meist Loslassen und Re-cyclen angesagt, bevor ein neuer Lebenszyklus beginnen kann. Dem werdenden Leben wird also nichts von außen aufgezwungen, sondern es wird in seiner von innen angelegten Entfaltungslogik unterstützt.

WS: Stimmt. Im Bereich der Pflanzen leuchtet uns dieser Ablauf der Entwicklung völlig ein. Wie aber sehen wir das bei uns Menschen selbst, die wir doch glauben, uns höher entwickelt zu haben als je ein Lebewesen vor uns? Müssen wir auch eingehen wie die Saurier und alle die anderen Tierarten, die vor uns da waren und dann verschwunden sind – es sind viel mehr als heute auf der Welt existieren – weil das eben die Zyklen des Werdens und Vergehens sind? Oder können wir durch unsere Intelligenz, unsere Forschung und Technik, die sich ja linear oder sogar exponenziell zu entwickeln scheinen, diesem Rad des Werdens und Vergehens entkommen, so wie Buddha einst sagte, dass wir dem Bhava-Chakra, dem Rad des Samsara, der ewigen Wiederkehr entrinnen können durch unser Bewusstsein, unsere Einsicht?

MG: Dem Rad des Werdens und Vergehens entkommen zu wollen, scheint mir eine ziemlich »samsarische« Aufgaben-Analyse zu sein: »Überwindung des Leids« als Zielvorgabe. Wer spurtet schneller und erfolgreicher dorthin? Wer schafft’s als erster? Eher ein männlicher Ansatz, würde ich sagen (*grins*).

In der Beschreibung natürlicher Wachstumsprozesse interessiert mich mehr ein »Wie geht es von statten?« als ein »Wohin geht’s?«. Zum Beispiel die Frage, wie Entwicklungsprozesse in Bewegung bleiben können, bzw. durch welche Einflüsse sie gebremst werden. Was begünstigt einen Wandel? Wie können wir das Erstarren in festen Formen vermeiden? Anders ausgedrückt: Wie bleibt Leben lebendig?

WS: Wenn es denn so ist, dass das Männliche mehr die Ziele erstrebt (das Wohin) und das Weibliche mehr das Wie erforscht, wie bringen wir diese beiden Seiten nun zusammen? Und zwar in Bezug auf das Wachstum. Wachstum hat ja immer eine Richtung und insofern auch ein Ziel, selbst wenn es ein Zerfallen ist, ein Abbau, Schrumpfen oder Eingehen. Und es braucht bei aller Zielgerichtetheit auch ein Dasein im Werden, im Istzustand, ein Bewusstsein von »Der Weg ist das Ziel«.

MG: Die Vereinigung von (scheinbaren) Gegensätzen ist immer eine Herzensangelegenheit, würde ich sagen – bei Frauen und bei Männern. Erst wenn ich die eine und die gegensätzliche Sichtweise (Nirvana und Samsara) gleichzeitig im Herzen halten kann, wird es möglich, eine Tasse Tee gut zuzubereiten, lehrt Pema Chödrön, eine buddhistische Äbtissin.

Was könnte das nun ganz konkret für den Umgang mit dem Thema »Wachstum« bedeuten? Ich denke, es geht dann darum, bei allem, was wir klein und anfänglich beginnen, die jeweilige Wachstums- und Entwicklungsdynamik mit zu bedenken und so auch das langfristige »Ergebnis« – die Nachhaltigkeit – im Auge zu behalten. Projekte, die nur anfangs fruchten können und solche, die sich langfristig negativ auswirken würden, fallen damit gleich unter den Tisch. Bei allen anderen nehmen wir ihre jeweils innewohnende Entwicklungsdynamik gut in unsere Wahrnehmung und versuchen, diese in ihrer natürlichen Entfaltung und damit die bestmögliche Entwicklung zu unterstützen. Wir achten darauf, dass ein guter Boden bereitet ist, auf dem etwas gedeihen kann und vermeiden – soweit es uns möglich ist – die »Wurzeln des Leids« (Hass, Gier und Unwissenheit) mit einzupflanzen.

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Relativierungen

9. April 2013

Oder: Wohin bringt uns das so genannte »spirituelle Erwachen«?

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Kleine Kinder wollen ganz schnell groß werden. »Wenn ich einmal groß bin …«, sagen sie dann und bewundern die älteren Geschwister. Sobald sie wirklich zu den Erwachsenen zählen, ist von dieser Sehnsucht nicht mehr viel übrig. Erwachsen-Sein ist mühsam. So manch einer wünscht sich in die Unbeschwertheit seines Heranwachsens zurück.

Wenn wir etwas erreichen wollen, sind wir euphorisch – nicht nur in der Kindheit. Sind wir dann ans Ziel gelangt, geht die Begeisterung verloren. Die süßesten Trauben sind immer die, die wir noch nicht in der Hand halten.

Ist das vielleicht mit dem so genannten »Erwachen« ebenso?

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Rettungsaktion für die Print-Ausgabe der Connection-Spirit

3. April 2013

connection_spirit_logo

 - jetzt neue Abos bestellen!

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Liebe Leserinnen und Leser meines Blogs,

heute möchte ich an dieser Stelle die Aufmerksamkeit auf einen Aufruf des Connection-Verlags lenken:

Wolf Schneider hat in seinem aktuellen Verlags-Newsletter unmissverständlich deutlich gemacht, dass er – aus wirtschaftlichen Gründen – mit den Print-Ausgaben aller Connection-Hefte nur weiter machen kann, wenn eine große Zahl neuer Abonnenten (mindestens 150) hinzu kommt.

Falls das im nächsten Monat nicht geschieht, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Umstellung auf reines E-Publishing geben.

Hier der ausführliche Text: Verlags-Newsletter

Der Erfolg der heute ausgerufenen Abo-Aktion, an der sich möglichst viele Freunde und Freundinnen des Connection-Verlags beteiligen mögen, ist an einem Newsticker auf der Connection-Website abzulesen: http://www.connection.de.

Diese Info bitte in alle Himmelsrichtungen weiter geben!!

Mit herzlichem Gruß

Marianne

Herbstimpressionen

16. Oktober 2012

Hier ein paar Herbsteindrücke vom neuen Wohn- und Wirkungsort …

( mehr geht gerade noch nicht  – zu viel zu tun! ;-))

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Stufenmodelle

17. Juni 2012

Ich hatte schon immer eine besondere Vorliebe für Stufenmodelle.  Als kleines Kind stand ich stundenlang im Treppenhaus meiner Großmutter und studierte fasziniert dieses Bild – immer wieder:

Jedes Lebensalter wird hier in seiner Besonderheit gewürdigt – einen zentralen Platz bekommt die Begegnung zwischen Alt und Jung. Das Junge kommt, das Alte geht – im gegenwärtigen Moment gibt es eine tiefe Berührung.

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unverstelltes Wahr-Nehmen

16. Mai 2012

Der alte Weiher:
Ein Frosch springt hinein.
Oh! Das Geräusch des Wassers.

Matsuo Basho

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Bei Wikipedia ist unter dem Stichwort »Haiku« folgendes zu lesen: »Die japanische Dichtung hat als Samen das menschliche Herz, und ihr entsprießen unzählige Blätter von Wörtern. Viele Dinge ergreifen die Menschen in diesem Leben: sie versuchen dann, ihre Gefühle durch Bilder auszudrücken, die sie dem entnehmen, was sie sehen und hören.«                     Weiterlesen…

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