Was mich bewegt …

Maria-Anne Gallen: Gedanken, Erfahrungen, Einsichten

Konzepte als Fahrzeuge

6 Kommentare

Konzepte sind Fahrzeuge des Erkennens. Wir sollten sie auch so benutzen. Sinnvollerweise steigen wir in sie ein, fahren ein bisschen und steigen dann wieder aus, wenn wir an das Etappen-Ziel unseres jeweiligen Verstehen-Wollens gelangt sind.

In Wirklichkeit passiert aber meist Folgendes: Unser Verstand ergreift dieses Gefährt, und dann … entsteht plötzlich eine Anhaftung an ein vermeintliches Wissen.             

Bildmeditation

Meditieren wir einmal das Bild: Die übergroße Wäscheklammer symbolisiert die Neigung unseres Geistes, an Denkinhalten kleben zu bleiben. Wenn sie zuschnappt, dann sitzt das Auto (Konzept) in der Falle, es kann sich nicht mehr bewegen.

So entstehen Wahrheitslehren und fundamentalistische Überzeugungen. Sie sind aus Wörtern und Denkmustern zusammen gesetzt, die in einem anhaftenden Verstand hängen geblieben sind und dort zementiert wurden. Blinde Anhänger plappern das nach.

Sitzt das Auto erst einmal fest zwischen den Hebeln unseres überdimensionalen Haushalts-Utensils, hat es keine Chance mehr, sich zu bewegen. Auf der Ebene des Konzepts selbst gibt es keine Befreiung – auch andere Autos, die auf dieser Straße daher kommen, landen im gleichen Würgegriff.

Frei-Kommen ist nur möglich, wenn der Verstand (Finger) aktiv zudrückt, um den Konzepten ihre grundsätzliche Beweglichkeit zurück zu geben.

Am besten funktioniert der Straßenverkehr, wenn die Klammer wieder dorthin zurückkehrt, wo sie hingehört – an die Wäscheleine.

Freie Fahrt

Ich wünsche allen hier Mit-Lesendenen und Mit-Denkenden FREIE FAHRT ! 

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6 Kommentare zu “Konzepte als Fahrzeuge

  1. Liebe Marianne,

    mir will scheinen, hier entwickelt sich mit deinen Gedanken, was dich so bewegt, ein wunderbares Buch, zumindest wunderbare Texte, die uns einst helfen werden, unsere eigenen Vorlieben und Vorstellungen immer wieder zu hinterfragen. Mit deinen Perlen, aus Wissenschaft und Weisheit zusammengeführt, aufgereiht, werden wir uns vieler unserer Einbildungen und Konstrukte bewusst und gleichzeitig nehmen wir sie auch als Ausdruck unserer Wesenhaftigkeit gelassen hin. Mit deinen mir nun regelmäßig geposteten Miniaturen wird mir in turbulenten Zeiten jedesmal deutlich gemacht, wie sich mein launisches Ego als kernige Person mit zeitgemässem Profil tarnen möchte und damit dann keine reine Wirkung entstehen kann, sondern wohl eher nur Täuschung und Fälschung. Deine Texte helfen, mir also nichts mehr vorzugaukeln und an irgendwelchen „Hohepriestern“ und Konzepten festzuhalten, gar auf sie hereinzufallen. Danke. Und auch dir freie Fahrt!

    Herzlich,

    Gerd

  2. Liebe Marianne,
    herzlichen Dank für diesen so schönen Text, der so einfach und launig daherkommt.
    Du hast ein wunderbares Beispiel gewählt, um uns einen Zustand vor Augen zu führen, indem wir uns häufig befinden – und es noch nicht einmal merken.
    Das Bild der übergroßen Wäscheklammer wird mich ab jetzt begleiten.
    Liebe Grüße
    Gritta

  3. Liebe Marianne,

    ja, und es gibt wunderschöne Autos, auch solche auf denen „Nondualität“ steht, oder „da ist Niemand“ oder „Alles ist DAS“ – und manche Menschen schieben mit der Klammer dann ihr Auto mit lautem Hupkonzert durch die Gegend. Manche fechten sogar regelrechte „Klammer/Auto-Kämpfe“ aus. Man hat ja schließlich Recht. Mühsame Sache…

    Ach ja…. wollte dir auch noch schöne Grüße schicken! Von Herzen.

    gabi

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